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by • Mai 11, 2017 • InsolvenzverfahrenComments (0)243

Was passiert nach sechs Jahren Privatinsolvenz?

Ein Überblick über die Regularien bei der Privatinsolvenz in Augsburg

Meist bleibt nacheiner aussichtslosen Verschuldung nur die Privatinsolvenz als letzter Ausweg, doch auch nach der Restschuldbefreiung sind die Konsequenz noch über längeren Zeitraum hinweg spürbar. So werden ab Beginn einer Privatinsolvenz in der Regel nicht nur bestehende Kredite gekündigt, auch ein Abschluss neuer Verträge ist nach Verfahrensende kaum möglich, da Sie für die Unternehmen aufgrund der vergangenen Zahlungsunfähigkeit als kreditunwürdig gelten.

Nicht der Richter sondern der Insolvenzverwalter in Augsburg wird hier das weitere Prozedere mit Schuldner und den Gläubigern in einer Versammlung besprechen. Natürlich ist dieser Zustand nicht endgültig, ihr negativer Schufa-Eintrag, der durch die Privatinsolvenz entstanden ist, wird nach drei bis sechs Jahren gelöscht, so dass Sie anschließend wieder als kreditwürdig angesehen werden.

Der Ablauf einer Privatinsolvenz

Generell baut das Insolvenzverfahren auf fünf Stufen auf, bei denen die nächste Stufe erst erreicht werden kann, wenn die vorherige abgeschlossen ist. Bevor es jedoch zu einer Privatinsolvenz kommt, sind Sie als Schuldner dazu verpflichtet, mit dem Gläubiger, bei dem Sie Schulden haben, eine außergerichtliche Einigung zu suchen. Hier empfiehlt es sich, einen Schuldenberater oder Anwalt zur Seite zu ziehen, da dieser Ihnen hilft, Ihre finanzielle Situation aufzudecken und Ihrem Gläubigern einen konkreten Plan zur Schuldentilgung vorzulegen.

Sollte sich keine außergerichtliche Einigung ergeben, haben Sie als Schuldner das Recht, die Durchführung des vereinfachten Insolvenzverfahrens in Augsburg zu beantragen. Vor Ausführung des Verfahrens jedoch übernimmt das Insolvenzgericht Augsburg ebenfalls die Aufgabe, eine Einigung zwischen Ihnen und Ihrem Gläubiger herbeizuführen. Erst, wenn diese scheitert, wird das Insolvenzverfahren eingeleitet, ein Treuhänder und vor allem der Schuldenbereinigungsplan/Schuldentilgungsplan eingesetzt.

Augsburger Besonderheiten beachten!

In dem Plan werden sämtliche Gläubiger mit einer detaillierten Forderungsaufstellung, so wie die eigenen Einkommens-, Familien- und Vermögensverhältnisse aufgeführt. Weiterer Teil des Plans ist der detaillierte Tilgungsplan, in dem Sie dem Gläubiger eine Begleichung von zehn bis zwanzig Prozent der Gesamtschuld anbieten. Wichtig ist, dass Sie hierbei die Zahlungsformalitäten festlegen und dem Gläubiger ihre gesamten Zahlungsmöglichkeiten einsehen lassen, da Transparenz in einem Insolvenzverfahren sehr wichtig ist.

Die Wohlverhaltensphase

Viele Leute fragen sich: „Was passiert nach 6 Jahren Privatinsolvenz?“ Die Wohlverhaltensphase jedoch wurde gestrafft und umfasst statt wie bisher sechs Jahren unter bestimmten Auflagen nur noch zwischen drei und sechs Jahren. Die Phase beginnt nach dem vereinfachten Insolvenzverfahren und erfordert von Ihnen, dass Sie sich an bestimmte Auflagen halten.

Sollten Sie während der Wohlverhaltensphase gegen diese Auflagen verstoßen, gilt das gesamte Verfahren als nichtig und setzt wieder in den vorherigen Stand ein. Ziel der Phase ist es, dass Sie Ihre Schulden ab der Pfändungsgrenze abbezahlen und natürlich keine neuen Schulden verursachen.

Wie bereits beschrieben, besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, die Wohlverhaltensphase und somit auch Ihren negativen Schufaeintrag auf drei Jahre zu kürzen. Damit die Kürzung in Kraft treten kann, ist notwendig, dass Sie innerhalb von drei Jahren 35 Prozent der Forderung so wie die Verfahrenskosten gezahlt haben. Wenn Sie dieses Ziel nicht erreichen, lässt sich das Verfahren auf fünf Jahre verkürzen, sofern alle Verfahrenskosten von Ihnen gezahlt worden sind. In allen übrigen Insolvenzfällen bleibt die geltende Wohlverhaltensphase von sechs Jahren bestehen.

Rechtslage in Augsburg

Ihre oberste Pflicht als Schuldner während der Wohlverhaltensphase ist es, für eine Schuldenbereinigung jede zumutbare Arbeit anzunehmen. Die Tilgungsraten werden von Ihnen an den Treuhänder gezahlt und dieser kümmert sich um eine weitere Auszahlung an Ihre Gläubiger. Während der Phase sind jede Änderungen wie Wohnungsumzüge, Arbeitsplatzwechsel oder Erbschaften dem Treuhänder mitzuteilen, um die Restschuldbefreiung nicht zu gefährden, denn erst, wenn Sie die Wohlverhaltensphase gemeistert haben, tritt die Restschuldbefreiung in Kraft.

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